Risikobeurteilung für Maschinen in 5 Schritten

1. Grenzen der Maschine festlegen

Hier wird definiert, wie und wo die Maschine eingesetzt werden soll.

Sie müssen folgende Punkte berücksichtigen:

  • bestimmungsgemäße Verwendung

  • vernünftigerweise vorhersehbare Fehlanwendung

  • welche Benutzer vorhanden sind (Bediener, Service usw.)

  • der Lebenszyklus der Maschine (Transport, Betrieb, Wartung usw.)

  • Platzbedarf und Schnittstellen zu anderen Maschinen

  • verwendete Materialien (z. B. gefährliche Stoffe)

  • zeitliche Aspekte (Lebensdauer, Serviceintervalle usw.)

Häufiger Fehler: nur den Normalbetrieb zu beschreiben - und den Rest des Lebenszyklus zu übersehen.

2. Gefährdungsquellen identifizieren

Traditionell hat man Risiken mithilfe von Checklisten gesucht (mechanische, elektrische usw.).

Die Herausforderung bei diesem Vorgehen?
Einzigartige und systembedingte Risiken werden oft übersehen.

Eine andere Methode besteht darin, die Maschine anhand des gesamten Lebenszyklus zu analysieren:

  • Konstruktion

  • Transport

  • Installation

  • Justierung

  • Programmierung

  • Betrieb

  • Wartung, Reinigung

  • Fehlerbehandlung

  • Verschrottung

Gliedern Sie auf in:

  • Aktivitäten (was Menschen tun)

  • automatische Prozesse (Bewegungen, Druck, Sequenzen)

  • Kombinationen aus beidem

Stellen Sie die Frage:

Was kann in genau dieser Situation schiefgehen - hier und jetzt?

Benennen Sie die Gefährdungsquelle, die Ursache und die Art des möglichen Schadens. 

Das führt zu einer präziseren und realitätsnäheren Analyse.

Sie können außerdem die gesetzlichen Anforderungen als Unterstützung heranziehen, um sicherzustellen, dass Sie keine wesentlichen Anforderungen übersehen haben, die die Risikobeurteilung beeinflussen.  

Noex gibt Ihnen die Möglichkeit, die Vorgehensweise zu wählen, die für Sie am besten passt. 

3. Risiko einschätzen

Wenn die Risiken identifiziert sind, müssen Sie das Risiko einschätzen.

Risiko besteht üblicherweise aus:

  • Schweregrad - wie schwer der Schaden ausfallen kann

  • Wahrscheinlichkeit - wie wahrscheinlich es ist, dass er eintritt

In vielen Fällen genügt es festzustellen, dass ein Risiko zu einem schweren Schaden führen kann - dann sind Maßnahmen erforderlich.

Schwere Risiken müssen immer behandelt werden.

4. Risiko bewerten

Jetzt entscheiden Sie:

Ist das Risiko akzeptabel - oder muss es reduziert werden?

Dies sollte keine subjektive Beurteilung sein.

Sie sollten sich stützen auf:

  • Normen (EN, ISO, IEC)

  • Branchenpraxis

  • technische Leitlinien

Wichtig: Was als akzeptables Risiko gilt, variiert je nach Maschine und Anwendungsbereich.

5. Risiken eliminieren oder reduzieren

Wenn das Risiko nicht akzeptabel ist, müssen Maßnahmen ergriffen werden.

Sie sollten immer dieser Prioritätsreihenfolge folgen:

A - Risiko eliminieren

Ändern Sie die Konstruktion so, dass die Gefahr verschwindet.

Beispiel:

  • Quetschgefahr beseitigen

  • scharfe Kanten eliminieren

B - Technische Schutzmaßnahmen einführen

Wenn das Risiko nicht eliminiert werden kann:

  • Schutzvorrichtungen

  • Einhausungen

  • Sicherheitsfunktionen

  • Lichtvorhänge

  • Sicherheitssteuerungssysteme

C - Über verbleibende Risiken informieren

Als letzter Schritt:

  • Warnhinweise

  • Anweisungen

  • Anforderungen an persönliche Schutzausrüstung

Wichtig: Information ersetzt niemals technische Schutzmaßnahmen.

Noex unterstützt Sie dabei und priorisiert die Maßnahmen gemäß dem obigen Prinzip, damit Sie eine korrekte Risikobeurteilung und Maßnahmenliste erstellen können.


Risikobeurteilung in der Praxis - wo es oft hakt

Zu pauschale Analyse

Risiken werden ohne Bezug zu realen Situationen beschrieben.

Der Lebenszyklus wird übersehen

Risiken, die bei Wartung, Reinigung, Fehlersuche, Verlagerung usw. entstehen, werden ausgelassen.

Fokus auf „typische Risiken“

Einzigartige Risiken im System werden nicht identifiziert.

Kein Bezug zu Maßnahmen

Es ist nicht ersichtlich, wie Risiko und die zugehörigen Maßnahmen zusammenhängen.

Keine Verifizierung

Es fehlen Nachweise dafür, dass die Maßnahmen die gewünschte Wirkung erzielt haben.

Zusammengesetzte Maschinen - wo die Risiken steigen

Wenn mehrere Maschinen miteinander verbunden werden:

  • entstehen neue Risiken

  • verändern sich bestehende Risiken

Eine neue Risikobeurteilung ist immer erforderlich.

Der Fokus sollte liegen auf:

  • Schnittstellen zwischen Maschinen

  • Steuerungssystemen

  • Sequenzen

  • Not-Halt

Hier liegen oft die schwerwiegendsten Risiken.

Möchten Sie mehr darüber lesen, was für zusammengesetzte Maschinen gilt? Lesen Sie mehr hier →

Bezug zur technischen Dokumentation

Die Risikobeurteilung muss zeigen:

  • welche Anforderungen gelten

  • welche Gefährdungsquellen identifiziert wurden

  • welche Maßnahmen eingeführt wurden

  • welche Risiken verbleiben

Sie ist ein zentraler Bestandteil der technischen Dokumentation.

Möchten Sie mehr über technische Dokumentation lesen? Lesen Sie unseren Artikel Technische Dokumentation gemäß der Maschinenrichtlinie - Anforderungen, Inhalt und Verantwortung

Zusammenfassung

Risikobeurteilung ist keine Formalität - sie ist der Kern sicherer Konstruktion.

Sie sollte:

  • früh im Prozess durchgeführt werden

  • den gesamten Lebenszyklus abdecken

  • tatsächliche Risiken identifizieren

  • zu konkreten Maßnahmen führen

  • verifiziert und dokumentiert werden

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Viele Unternehmen bleiben hängen bei:

  • manuellen Excel-Dateien

  • unstrukturierten Analysen

  • fehlender Nachverfolgbarkeit

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  • einheitlich und strukturiert arbeiten

  • den gesamten Prozess kontrollieren

  • Risiko → Maßnahme → Anforderung verknüpfen

  • technische Dokumentation aufbauen

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Möchten Sie mehr darüber lesen, wie sich Sicherheit auszahlt? Lesen Sie unseren Artikel Sicherheit lohnt sich

Möchten Sie mehr über die CE-Kennzeichnung lesen? Das finden Sie in unserem Artikel CE-Kennzeichnung von Maschinen - Anforderungen, Prozess und technische Dokumentation