Maschinenverordnung 2023/1230 - so werden Maschinenhersteller und Importeure betroffen

16.12.2025
Die neue Maschinenverordnung (EU 2023/1230) ersetzt die frühere Maschinenrichtlinie (2006/42/EG) und zielt darauf ab, die Maschinensicherheit in einer Zeit schneller technologischer Entwicklungen zu stärken. Hier gehen wir die wichtigsten Änderungen durch und was sie für Maschinenhersteller, Importeure und andere wirtschaftliche Akteure bedeuten.
Warum eine neue Maschinenverordnung?
Die Maschinenrichtlinie war fast zwei Jahrzehnte lang ein Grundpfeiler für die Maschinensicherheit in der EU. Doch mit dem Aufkommen von KI, autonomen Systemen und Cybersicherheit wurde ein erweitertes und verbessertes rechtliches Rahmenwerk erforderlich.
Im Gegensatz zur Richtlinie ist die Maschinenverordnung in allen EU-Ländern direkt anwendbar, was Auslegungsstreitigkeiten verringert und einen einheitlicheren Markt schafft.
Wann tritt die Maschinenverordnung in Kraft?
Die Maschinenverordnung gilt ab dem 20. Januar 2027. Bis dahin gilt eine Übergangsfrist, in der sich Hersteller und Importeure an die neuen Anforderungen anpassen müssen.
Maschinen, die vor dem 20. Januar 2027 verkauft oder in Betrieb genommen werden, unterliegen der Maschinenrichtlinie.
Maschinen, die nach diesem Datum verkauft oder in Betrieb genommen werden, müssen die Maschinenverordnung erfüllen.
Wesentliche Änderungen in der Maschinenverordnung
Maschinen mit KI
Maschinen, die KI verwenden, unterliegen neuen Sicherheitsanforderungen. Dazu gehört unter anderem, dass die Funktionen des KI-Systems eingegrenzt werden müssen, um unvorhersehbares oder gefährliches Verhalten zu verhindern.
Wesentliche Änderung - neue CE-Kennzeichnung
Bei Änderungen, die die Sicherheit oder Leistung der Maschine betreffen, kann eine neue CE-Kennzeichnung erforderlich sein. Die Verordnung definiert den Begriff wesentliche Änderung klarer als die Maschinenrichtlinie.
Autonome mobile Maschinen
Die Verordnung führt detaillierte Anforderungen für autonome Maschinen ein, was eine bessere Anleitung bei Konstruktion und Risikobewertung bietet.
Maschinen, die immer eine Zertifizierung benötigen
Anhang IV der Maschinenrichtlinie wird durch Anhang I der Verordnung ersetzt:
Anhang I(A): Maschinen, die immer von einer benannten Stelle genehmigt werden müssen.
Anhang I(B): Maschinen, die unter bestimmten Bedingungen zertifiziert werden müssen, ähnlich dem heutigen System.
Cybersicherheit für vernetzte Maschinen
Hersteller müssen sicherstellen, dass vernetzte Maschinen vor Cyberangriffen geschützt sind. Diese Angriffe dürfen die Sicherheitsfunktionen der Maschine nicht beeinträchtigen. Dies bedeutet Anforderungen an Softwareupdates und Risikomanagement im Zusammenhang mit digitalen Bedrohungen.
Bitte beachten Sie, dass auch der Cyber-Resilienz-Gesetz (CRA) Maschinen mit vernetzten Funktionen betroffen sein kann.
Digitale Produktdokumentation
Bedienungsanleitungen, Montageanleitungen und Konformitätserklärungen (DoC) können digital bereitgestellt werden, aber physische Handbücher müssen bereitgestellt werden, wenn der Kunde dies anfordert.
Wie wirken sich die Anforderungen an die Cybersicherheit aus?
Traditionell gilt, dass Maschinen bei der Markteinführung sicher sein müssen - danach liegt die Verantwortung beim Benutzer. Mit der Maschinenverordnung ändert sich dies: Der Hersteller ist bis zu 10 Jahre für die Cybersicherheit verantwortlich, indem er Sicherheitsupdates anbietet.
Das bedeutet, dass viele Unternehmen sowohl ihre Produktstrategie als auch ihr Geschäftsmodell überdenken müssen.
Wie bereiten Sie sich auf die Maschinenverordnung vor?
Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, sollten Unternehmen:
Die Anforderungen der Maschinenrichtlinie mit der Maschinenverordnung vergleichen.
Prozesse, Verfahren und Vorlagen aktualisieren (einschließlich Risikobewertungen).
Technische Dokumentationen überprüfen und sicherstellen, dass sie die neuen Anforderungen erfüllen.
Die CE-Kennzeichnung überprüfen und die EU-Konformitätserklärung, wenn Sie eine Maschine ab dem 20. Januar 2027 in Betrieb nehmen oder verkaufen.
Die Mitarbeiter in den neuen Anforderungen schulen.
Mit Noex als Plattform können Sie Ihre Dokumentation einfach strukturieren und sammeln. Natürlich ist die Maschinenverordnung bereits Teil von Noex, was es Ihnen erleichtert, proaktiv auf den Wechsel zu reagieren.
Zusammenfassung
Die Maschinenverordnung 2023/1230 bedeutet große Veränderungen für alle, die Maschinen in der EU entwickeln, herstellen, verwenden, importieren oder verkaufen.
Die CE-Kennzeichnung und Dokumentation bleibt zentral.
KI, Autonomie und Cybersicherheit werden zu neuen zentralen Fokusbereichen.
Risikobewertungen müssen neue Risikotypen umfassen, die durch autonome Maschinen, KI-basierte Sicherheitsfunktionen, Cyberbedrohungen, Mensch-Maschine-Interaktion sowie integrierte Fertigungssysteme entstehen können.
Klarere Definitionen zur wesentlichen Änderung/Umbau.
Digitale Dokumentation, die es ermöglicht, Bedienungsanleitungen und Montageanleitungen digital bereitzustellen.
Es ist entscheidend, rechtzeitig mit der Arbeit zu beginnen, um kostspielige Verzögerungen, Bußgelder oder Rückrufe vom Markt zu vermeiden.
FAQ - häufige Fragen zur Maschinenverordnung
Wann gilt die Maschinenverordnung?
Sie tritt vollständig am 20. Januar 2027 in Kraft.
Was gilt bis zur Maschinenverordnung?
Die Maschinenrichtlinie bleibt bis zum 20. Januar 2027 verbindlich.
Für wen oder was gilt die Maschinenverordnung?
Die neue Verordnung umfasst weiterhin Maschinen und verwandte Produkte und erweitert, dass Sicherheitskomponenten auch Software umfassen.
Was gilt für harmonisierte Standards?
Es ist noch nicht geklärt, wie die Standards, die bisher mit der Maschinenrichtlinie harmonisiert wurden, behandelt werden sollen. Es gibt über 750 Standards, die überprüft und überarbeitet werden (wo erforderlich), um den neuen Anforderungen zu entsprechen.
Braucht meine Hochrisikomachine eine Prüfung durch Dritte?
Bisher konnten bestimmte Maschinen vom Hersteller selbst genehmigt werden, wenn sie eine harmonisierte Norm einhielten. Mit der neuen Verordnung ändert sich dies.
In Abschnitt A sind Hochrisikomodelle aufgeführt, die einer unabhängigen Zertifizierung durch Dritte unterzogen werden müssen.
Es wird sechs Maschinenkategorien geben, die immer von Dritten (benannte Stelle/notified body) überprüft und zertifiziert werden müssen, unabhängig davon, ob die Normen eingehalten wurden oder nicht.
Dies aufgrund der zunehmenden Komplexität durch unter anderem KI.
Möchten Sie sehen, wie Noex Ihnen helfen kann, sich in der neuen Maschinenverordnung zurechtzufinden?


